#IhrBeutetUnsAus

Im Oktober steigt der Mindestlohn auf 12 Euro. Ein Grund zu Freude für viele Arbeitnehmende, doch für Menschen die in Behindertenwerkstätten (WfbM) arbeiten, gilt das nicht. Sie bekommen meist nur ein „Taschengeld“, das nur einen Bruchteil des Mindestlohn beträgt.

Mit dem Hashtag „IhrBeutetUnsAus“ will ein ehemaliger Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt auf die Ausbeutung in den Werkstätten für Menschen mit Handicap aufmerksam machen.

1974 regelte der Deutsche Bundestag für die Bundesländer die gesetzliche Grundlage für dieses spezielle Werkstatt-Konzept. Doch seitdem hat sich kaum etwas an den Strukturen verändert.

Aus heutiger Sicht sind die Werkstätten genau das Gegenteil von Inklusion. Bei vielen Trägern ist die Arbeitsstätte, diverse Freizeitangebote und der Wohnort in einem Gesamtkomplex. Menschen mit Beeinträchtigungen werden somit komplett von der restlichen Gesellschaft separiert. Auch bei der Arbeit in den Werkstätten werden sie abgegrenzt und mit einem Stundenlohn von durchschnittlich 1,35 Euro können sie sich kein eigenes Leben aufbauen. Den Betroffenen wird eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verwehrt.

Nicht verwunderlich ist die Vermittlungsquote in den Arbeitsmarkt. Seit Jahren liegt diese unter 1 Prozent. Die Quote zeigt deutlich, dass das System in den Werkstätten keine Rehabilitation und Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist. Vielmehr weckt es den Eindruck, das Menschen mit Beeinträchtigungen als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden.

Es wird dringend Zeit für eine Reform.

Weitere Informationen gibt es unter: JOBinklusive & Deutschlandfunkkultur